Miteinander Kultur. Wie sich unsere Wirtschaft durch digitale Transformation verändern wird und warum das auch dich betrifft.

Miteinander Kultur. Wie sich unsere Wirtschaft durch digitale Transformation verändern wird und warum das auch dich betrifft.

Ja, die Veränderung der Wirtschaft durch digitale Transformation betrifft auch dich.

Bist du Arbeitnehmer, dann hast du vielleicht schon die x-te Umstrukturierung oder Leitbildanpassung hinter dir, bist du selbst Unternehmer(in) oder selbstständig, dann merkst du sehr schnell durch Kundenanforderungen oder schnell ändernde Rahmenbedingungen am Markt, „das sich da was tut“.

Wir erleben einen Epochenbruch.

Das war mir in dieser Dimension bis vor 1,5 Jahren auch noch nicht so bewusst. Erst durch meine Arbeit als Projektleiterin der Initiative „Tulln – Stadt des Miteinanders | miteinander leben, voneinander lernen, gemeinsam gestalten“ begann ich mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Dankbar bin ich dabei meinem Projektkollegen Dr. Michael Vogler, mit dem ich viele Stunden über die zu beobachtenden Veränderungen in unserer Gesellschaft, aber auch innerhalb von Unternehmen diskutieren konnte. Wenn dich das Thema Unternehmenskultur interessiert, dann mach gerne (später! :)) einen Abstecher auf seine Webseite.

Über Epochenbrüche lernte ich damals in Geschichte – das waren dann die Themen wie „Erfindung des Buchdrucks oder der Dampfmaschine“ – jetzt stecken wir mittendrin. Das ist aufregend und beängstigend zugleich, unklar wohin uns die neuen Entwicklungen politischer, technologischer oder gesellschaftlicher Natur bringen.

Doch zurück zu dir. Als jemand, der im wirtschaftlichen Leben steht, was machst du jetzt mit dieser Information bzw. Situation?

Alleine das Bewusstsein zu erlangen, dass wir in einer Umbruchszeit leben, hilft zumindest mir schon einige Entwicklungen deuten oder verstehen zu können. In weiterer Folge hilft es auch Aufmerksamkeit dem eigenen Geschäft gegenüber zu erlangen. Welche Bewegung findet am eigenen Markt statt? Welche neuen Technologien verändern mein Geschäftsmodell? Die Buzz Wörter unserer Zeit heißen Digitalisierung, Digitale Transformation und Digitale Disruption. Auch in meiner Branche sind spannende neue Modelle zu beobachten. Online Lernplattformen zu Konfliktmanagement oder auch Apps, die helfen im Konfliktfall Entscheidungen zu treffen.

DISRUPTION

Was ist Disruption?

Als Disruption wird die starke Veränderung auf Märkten bezeichnet, die mit dem Vormarsch digitaler Technologien und Anwendungen einhergeht. Geschäftsmodelle werden komplett überflüssig, neue Geschäftsmodelle entstehen, Prozesse in Unternehmen müssen umgebaut werden. Produkte und Dienstleistungen werden abgelöst beziehungsweise „zerschlagen“, was der direkten Übersetzung entsprechen würde.

Es geht mir an dieser Stelle jedoch nicht darum dir Digitalisierung zu erklären. Die Österreichische Wirtschaftskammer widmet dem Thema eine ganze Förderschiene, die sogenannte KMU Digital Förderung. Es ist definitiv Zeit sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Miteinander Kultur. Was hat das jetzt bitte mit diesen digitalen Veränderungen zu tun?

Wenn landläufig an Digitalisierung gedacht wird, dann entsteht das Bild im Kopf, das Maschinen Arbeitsleistung ersetzen oder eine Unternehmung gar keine Mitarbeiter mehr braucht, weil alles von künstlicher Intelligenz beantwortet wird. Mag sein, dass viele Jobs zukünftig ganz anders ausgeführt werden, als wir es gewohnt sind, doch es werden auch ganz viele neue Jobs entstehen. Gleichzeitig verändert sich auch die Art und Weise wie Strukturen funktionieren. Die Geschwindigkeit am Markt und in der Kundenerwartung steigt, dadurch braucht es rasche Reaktion innerhalb von Teams. Diese arbeiten oft nicht mehr linear, sondern in funktionalen Einheiten von unterschiedlichen Spezialisten und Projektmanagern zusammen. Hierarchien lösen sich auf, Führung ist nach wie vor enorm wichtig, aber die Kompetenzen, die verlangt werden, sind andere geworden.

DIGITALE TRANSFORMATION

Was ist Digitale Transformation?

Digitale Transformation oder auch „Digitaler Wandel“ nennt man den Veränderungsprozess, der aufgrund von digitaler Technologie fortschreitet. Dies betrifft sowohl Unternehmen, wie auch die gesamte Gesellschaft.

Ich behaupte an dieser Stelle, dass nur jene Unternehmungen (egal ob groß oder klein) unsere turbulente Zeit gut überstehen werden, die bei allem Technologie-Boom, den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Das hat nun mehrere Aspekte:

Mensch als Kunde

Der Kunde ist nicht mehr nur Konsument einer Leistung oder eines Produkts. Er hat gelernt Teil der Entwicklung zu sein, indem er durch z.B. Online Generatoren individuelle Anpassungen vornehmen kann. Oder er mischt direkt am Ende des Verkaufsprozesses mit bzw. bestimmt die Zukunft von Unternehmen, weil er online bewertet, rankt, liked, shared oder Rezensionen schreibt. Darüber hinaus bewegt er den Markt durch Austausch mit anderen Kunden, Weitergabe von Empfehlungen oder aber auch negativen Berichten – all das in rasanter Geschwindigkeit über soziale Medien.

In Folge heißt das für dich:

  • Den Kunden als wohl wichtigsten Faktor zu betrachten und ihn bei Entwicklung von neuen Produkten aktiv einzubinden. Stichwort „Customer Co-Creation“. Miteinander Produkte entwickeln.
  • Ein gutes Beschwerde- und Konfliktmanagement zu etablieren.
  • Beziehungen und Begegnungen zum Kunden zu fördern und ihn als Partner in Augenhöhe wahrzunehmen.
  • Dir zu verinnerlichen: Menschen kaufen nicht von Unternehmen, sondern von anderen Menschen. „There is no B2B or B2C, only H2H (Human to Human)“

Mensch als Mitarbeiter

Den Druck von Außen (Kunden, Markt, technologische Veränderungen) bekommen vor allem die Mitarbeiter eines Unternehmens zu spüren, denn die Erwartungen an eine schnelle Reaktion, an perfekte Abstimmung innerhalb von Teams, an reibungslose Abläufe und Prozesse oder beste Kommunikation zwischen allen, treffen auf sie.

Wie schaut es meist in der Realität aus? Zu viele und ineffiziente Meetings und Beschwerden über „zu wenig Desktime“, also zu wenig Zeit sich konzentriert seinen Aufgaben zu widmen. Unklare Information, die schnell schnell über zu viele unterschiedliche Kommunikationskanäle weitergegeben wird. „Ich hab dir doch eh ein Email geschrieben“, klingt da schon wie ein Satz aus der Steinzeit. Heute könnte es auch sein, dass die Info per Slack, Rocket Chat, Whatsapp oder sonstigem Messenger übermittelt wurde. Überblick = Fehlanzeige!

Leider eine gefährliche Mischung, die zu mehr Belastung am Arbeitsplatz führt und in weiterer Folge ein perfekter Nährboden für Konflikte ist!

Erschwerend kommt hinzu, dass der Traum vom ewigen Wirtschaftswachstum schon langsam nicht mehr zu stimmen scheint. Endliche Ressourcen, veränderte Umweltbedingungen oder Klimawandel zeigen, dass es nicht immer nur höher, schneller und weiter gehen kann.

Doch wann reicht es? Wann ist es genug? Welche Geschwindigkeit schaffen wir Menschen noch?

Ich möchte das Problembild nicht weiter zeichnen, sondern darüber schreiben, wie ein Zukunftsszenario aussehen kann. Hier behaupte ich, dass die Miteinander Kultur in der Wirtschaft eine bedeutende Rolle haben wird.

Folgende Themen sehe ich als wichtig:

Zufriedenheit entwickeln

Unternehmen sprießen aus dem Boden, die nachhaltige Haltungen und Werte verinnerlicht haben. Ich hab mir im Schiurlaub zum Beispiel „2 Minuten, 2 Millionen“ angesehen und jeder Pitch hatte die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Digitalisierung“ im Konzept!  Diese Unternehmen akzeptieren, dass sie es vielleicht nur zu einer bestimmten Größe schaffen werden, wenn es sich um Produktionen handelt, das heißt wenn Rohstoffe verwendet werden, die nachhaltig besorgt werden sollen. Im Falle von digitalen Produkten ist eine höhere Skalierung klarer Weise leichter möglich, da keine Rohstoffe der Natur zum Einsatz kommen. Dennoch geht es darum eine Zufriedenheit mit Erfolg zu entwickeln. Muss immer „gewonnen“ und jemand anderer am Markt „vernichtet“ werden? Oder wann ist es genug Umsatz, genug Marktanteil, genug Gewinn?

Beweglichkeit verbessern

Zu wissen wann genug ist, bedeutet nicht stehen zu bleiben! Die Veränderungen in Technologie und Gesellschaft drehen sich schnell, darauf entsprechend zu reagieren wird die Kunst sein. Besser gelingt dies, wenn die Mitarbeiter ein eingespieltes Team sind, selbst Ideen (und Eindrücke von Außen) einbringen dürfen und sie Teil der Entwicklung sind. Wenn zwar ein bestimmtes Spielfeld und seine Grenzen klar sind (und auch verteidigt werden), aber innerhalb dessen ausreichend Freiheit da ist, selbst aktiv werden zu dürfen.

Balance in der Geschwindigkeit finden

Im Zusammenhalt eines Unternehmens wird es notwendig werden, sich auf eine gewisse Geschwindigkeit einzupendeln, nämlich eine, wo es Menschen noch möglich ist Pausen zu machen, auf Urlaub zu fahren oder einmal Zeit für Evaluierung und Rückschau zu haben. Und dies wird Aufgabe des Management seins hier die Balance zu finden.  Burn out und sonstige Belastungsstörungen sind für uns normal geworden, sollten allerdings die Ausnahme darstellen.

Miteinander statt Ellenbogen

Ein Blick auf das Entlohnungsschema eines Unternehmens zeigt oft deutlich wie es tickt. Viele Prämien und leistungsabhängige Faktoren fördern eine Kultur der Ellenbogen. Es geht darum zu gewinnen, besser zu sein als der Kollege oder die Kollegin und damit mehr Geld mit nach Hause zu nehmen. Macht das heute noch Sinn, wo sich „draußen“ so viel und so schnell verändert? Meiner Meinung nach nicht. Erstens fährt man besser, wenn man Ideen und Eindrücke austauscht und daraus gemeinsam Neues fürs Unternehmen entwickelt, zweitens spielen junge Arbeitnehmer beim alten „wer hat den Längsten“ Spiel nicht mehr mit. Ganz andere Werte sind wichtig und wollen gepflegt werden. Hat die Arbeit, die ich mache Sinn? Was bewirke ich in der Welt damit? Wie geht es mir selbst damit, fühle ich mich wohl dabei? Macht meine Tätigkeit Spaß und Freude? Wie geht es mir mit den Kollegen oder im Team? Das sind die Fragen, die positiv beantwortet werden wollen!

DIGITALISIERUNG

Was ist Digitalisierung?

Der Unterschied zwischen Digitaler Transformation und Digitalisierung ist für viele am ersten Blick schwer erkennbar. Doch Digitalisierung meint direkt die Veränderung eines analogen Prozesses in einen Digitalen. Es kann auch ein analoges Produkt betreffen, das in der Folge digital abgebildet wird. Beispiel: Musik wird nicht mehr von Platte oder CD abgespielt, sondern über das Internet und Dienste gestreamt.

Diese Liste ließe sich noch verlängern, doch das möchte ich eigentlich nicht alleine machen. Darum mein Aufruf: was hältst du noch für Notwendig für eine Miteinander Kultur, die die digitale Transformation gut gelingen lässt?

Schreibe mir gerne auf meine Social Media Posts oder per Mail an stefanie@loesungsorientiert.at und ich füge gerne deine Punkte hier dazu!

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