Streitthema Bundespräsidentenwahl: Retten Sie den Familienfrieden

2016 sprengt in vielerlei Hinsicht Rekorde. Unter anderem erleben wir den längsten Wahlkampf der zweiten Republik zum Bundespräsidenten. Können Sie die Werbung noch hören oder sehen? Haben Sie sich schon entschieden? Sprechen Sie über den möglichen Ausgang der Wahl innerhalb der Familie? Wenn ja, dann sehen Sie sich wie viele damit konfrontiert, dass Angehörige den „Anderen“ wählen.

Grundsätzlich keine neue Entwicklung. Schließlich ist es Kennzeichen der Demokratie, dass es mehr als einen Kandidaten gibt. Doch diesmal scheinen die polarisierenden Themen des Wahlkampfs zeitgleich auch unsere Wohnzimmer zu spalten. Was tun, damit der Familienfrieden so kurz vor Weihnachten nicht schief hängt?

 

Der Konflikt entsteht, weil unterschiedliche Wertevorstellungen aufeinanderprallen. Ein emotionaler Wahlkampf, stark gegensätzliche Positionen, das Gefühl es gäbe nur Schwarz und Weiß, all das führt zum Glauben „entweder du oder ich“. Bist du nicht meiner Meinung, bist du gegen mich. An dieser Stelle rufe ich HALT! Lassen Sie sich das nicht suggerieren. Schützen Sie Ihre Familienbeziehungen.

Streiten oder Schweigen?

Je nach Persönlichkeit haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten mit der belastenden Situation umzugehen. Klarerweise könnten Sie übereinkommen, nie wieder ein Wort über Politik am Familienesstisch zu sprechen. Sie könnten den anderen auch aufgrund seiner gegensätzlichen Entscheidung verteufeln und die Familienbande aufkündigen. Da Sie auf der Seite einer Mediatorin gelandet sind, zeige ich Ihnen einen dritten Weg. Auf den ersten Blick nicht so einfach, jedoch langfristig erfüllender für das Familienglück.

5 Tipps für den Familienfrieden trotz Bundespräsidentenwahl

1. Suchen Sie das Gespräch!

Innerlich rumort es bei Ihnen. Sie ärgern sich, weil die Mutter oder Tante vermeintlich den anderen Kandidaten wählen wird. Schlucken Sie diese negativen Gefühle nicht hinunter, sondern suchen Sie das Gespräch und geben Sie offen und ehrlich zu, dass Sie das irritiert! Denken Sie immer daran, Sie tun das, weil Sie die andere Person schätzen und lieb haben.

2. Nicht besser, nicht schlechter, sondern anders!

Es ist normal, dass Sie bei einer stark gegensätzlichen Meinung schnell an „das ist schlecht“ denken. Bewertungen passieren im Leben sehr häufig, sind aber bei der Klärung von Konflikten nicht hilfreich. Erkunden Sie stattdessen die Hintergründe der Entscheidung. Wird Ihre Tante tatsächlich Kandidat B wählen? Hinterfragen Sie, warum sie sich so entschieden hat. Was sind ihre Erwartungen? Auch wenn es schwer ist, versuchen sie zu akzeptieren, dass es diese andere Meinung gibt.

3. Verstehen heißt nicht einverstanden sein!

Jemand Empathie geben, nachfragen warum Entscheidungen so oder so gefällt werden und zugeben diese Handlungen verstehen zu können, bedeutet nicht einverstanden zu sein. Sie können Ihre Meinung zum Thema genauso kundtun und Ihre Hintergründe darlegen. Sprechen Sie in der Ich Form. Teilen Sie mit, warum Sie so denken ohne Beschuldigungen für die Gegenseite auszusprechen.

4. Druck erzeugt Gegendruck!

Dieser Wahlkampf ist stark mit Emotionen besetzt. Genauso emotional fühlen Sie sich nun mit den gegensätzlichen Positionen. Bedenken Sie, je heftiger Sie gegen die Meinung des anderen sprechen, desto stärker wird dieser auf seinem Standpunkt beharren. Sprechen Sie über Ihre eigene Emotion, doch geben Sie Ihrem Gegenüber genauso die Möglichkeit die dahinterliegenden Bedürfnisse zu zeigen. (Anm.: vielleicht gibt ihr Kandidat A mehr Sicherheit für die Zukunft?) An dieser Stelle wirkt es Wunder aktiv zuzuhören, d.h. wiederholen Sie die gesagten Worte auf Ihre eigene Art und prüfen Sie, ob Sie alles richtig verstanden haben.

5. Das Thema diskutieren, die Beziehung pflegen!

Machen Sie sich bitte klar: In den meisten Fällen möchten Sie auch nach dem Ausgang der Bundespräsidentenwahl bzw. der Diskussionen mit Ihrem Gegenüber eine guten Beziehung weiterführen. Irgendwann kommt der Punkt, da sollten Sie mit Mama, Oma, Tante, Opa oder Papa einfach einen Kaffee oder ein Bier trinken gehen. Zusammen sein, Spaß haben, einfach nur Familie sein.

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